In der Proportionslehre gab es immer wieder Versuche Schönheit mit bestimmten mathematischen Verhältnissen in Verbindung zu bringen.
In diesem Zusammenhang sei das Streckenverhältnis des Golden Schnittes erwähnt, welches Mathematiker, Künstler und Philosophen seit der Antike beschäftigt.
Erklärung: Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die größere zur kleineren Strecke verhält wie die Summe aus beiden zur größeren.
Der Wert beträgt etwa 1,618.
Streckenverhältnisse im Goldenen Schnitt werden in der Kunst und Architektur oft als ideale Proportion und als Inbegriff von Ästhetik und Harmonie angesehen. Darüber hinaus tritt das Verhältnis auch in der Natur in Erscheinung und zeichnet sich durch eine Reihe interessanter mathematischer Eigenschaften aus.
Teilt man ein sog. Goldenes Rechteck (entspricht dem Seiteverhältnis eines Din A4 Blattes) , dass sich ein Quadrat und ein
weiteres Goldenes Rechteck ergeben, welches man erneut auf die gleiche
Weise teilt, und wiederholt man diesen Vorgang möglichst ofte, so entsteht eine
logarithmische Spirale. Man bezeichnet diese Spirale als
Goldene Spirale.

Die Proportionen dieser Spirale entsprechen in etwa einer als ideal empfundenen Ohrmuschel in der seitlichen Ansicht.
Das Verhältnis des Goldenen Schnittes lässt allerdings nur in idealisierten Gesichtsproportionen wiederfinden. Trotzdem weichen die Proportionen von als sehr schön empfundenen realen Gesichtern oft von den Maßen des Goldenen Schnittes ab.
Ein weiter Versuch der Objektivierung der Merkmale einer ästhetischen Ohrform entspricht der Definition von Janis, Rohrich und Gutowski
· Die Längsachse der Ohrmuschel zeigt eine Neigung von 15 bis 20 ° nach hinten
· Das Ohr ist vom Rand des Jochbeines um etwa 1 Ohrlänge (5,5 bis 7 cm) nach hinten positioniert
· Die Breite der Ohrmuschel macht etwa 50 bis 60% der Länge aus
· Der Winkel zwischen der Ohrmuschel und dem Schädel (Planum mastoideum ) liegt bei 21 bis 30 °
· Der Rand der Ohrmuschel (Helix) ist vom Kopf etwa 1,5 bis 2 cm entfernt
· Das Ohrläppchen und die Anthelixfalte liegen parallel
· Das Ohrläppchen schließt sich mit der Halshaut im spitzen Winkel an
· In Frontalansicht ist der Helixrand oben oft um etwa 2 bis 5 mm weiter herausprojiziert als die Anthelixfalte
Problematisch ist die nicht ausreichenden Standardisierung der Messverfahren. Im übrigen gibt es Menschen, bei denen abstehenden Ohren als besonders sympathisch empfunden werden. In manchen Kulturen gelten abstehenden Ohren als Merkmal des glücklichen Menschen. Der Wunsch nach einer Ohrkorektur entsteht durch das individuelle ästhetische Empfinden des Patienten und ist nicht ausschließlich aufgrund von Messwerten begründet.
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